Oma fliegt zum Mars

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Das Unternehmen Magic Horizons hat spezielle Virtual-Reality (VR)-Anwendungen entwickelt, die Behandlungsängste mildern, das Schmerzempfinden reduzieren und Senioren auf virtuelle Erlebnisreisen schicken.

Das Unternehmen Magic Horizons hat spezielle Virtual-Reality(VR)-Anwendungen entwickelt. Diese basieren auf wissenschaftlichen Studien, sind als Medizinprodukt zertifiziert und ermöglichen es, Patienten während unangenehmer Behandlungen wie beispielsweise Chemotherapien oder Dialysen, abzulenken und zu beruhigen. Zudem reduziert das VR-Erlebnis das Schmerzempfinden, sodass sich der Betreuungsaufwand und der Bedarf an Schmerzmitteln reduzieren lassen. Im Pflegebereich bietet Magic Horizons VR körperlich eingeschränkten Personen die Chance, virtuelle Reisen zu unternehmen: in den Wald, an den Strand, in ferne Länder – und sogar auf fremde Planeten oder in fantastische Welten. Dies schenkt Freude und Erinnerungen, die andernfalls kaum denkbar wären.
Chemotherapien, Dialysen oder Operationen unter Teilnarkose stellen nicht nur im Vorfeld, sondern auch währenddessen eine grosse psychische Belastung für Patienten und Stress für den Körper dar. «In solchen Fällen hilft Magic Horizons VR dabei, die Betroffenen abzulenken, sie zu entspannen und ganz konkret das Angst- und Schmerzempfinden zu reduzieren – sogar während der Behandlung», berichtet Giorgio Koppehele, Co-Gründer und Co-Geschäftsführer von Magic Horizons. Auf diese Weise lässt sich nicht nur das Wohlbefinden der Patienten nachweislich verbessern, sondern auch der Bedarf an Schmerzmitteln reduzieren und lassen sich diese bedarfsgenau dosieren, wie eine Studie der University of Colorado herausfand. Das Pflegepersonal in Senioreneinrichtungen, Palliativstationen oder Hospizen steht häufig vor folgendem Problem: Die Senioren oder Patienten leiden unter ihrer eingeschränkten Mobilität und sind im schlimmsten Fall sogar ans Bett gefesselt. An aufregende Reisen in ferne Länder ist kaum zu denken, oftmals ist nicht einmal ein Spaziergang im nahe gelegenen Wald möglich. «Virtuelle Realität vermag diese Lücke vielleicht nicht vollständig auszufüllen», so Martin Koppehele, Bruder von Giorgio und ebenfalls Co-Gründer und Co-Geschäftsführer von Magic Horizons. «Aber sie bietet eine wunderbare Alternative, die den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgibt. » Davon sind auch die Mitarbeitenden des Alloheim-Seniorenzentrums Goldborn in Homberg überzeugt. Dort können die Bewohner mit einer Magic-Horizons-VR-Brille ihrem Alltag entfliehen und sich bei gemütlichen Spaziergängen in der virtuellen Natur entspannen – ohne ihren Lieblingssessel überhaupt verlassen zu müssen.

Immersive 360-Grad-Anwendungen sorgen für effektive Entspannung
Bei Magic Horizons VR handelt es sich um ein ganzheitliches System, das auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu gezieltem Stressabbau, Entspannung und Stärkung der psychischen Resilienz eingesetzt wird. Hierfür beinhaltet die VR-Software eine Vielzahl an Einzelanwendungen. Dazu zählen unter anderem realistische 360-Grad-Naturerlebnisse, die vom Unternehmen selbst mit Hilfe spezieller VR-Kameras aufgenommen wurden. «Besonders beliebt sind unsere Unterwasser-Welten, in denen man mit einer Delfinschule schwimmen oder bunte Fische bewundern kann», erzählt Giorgio Koppehele. «Bei abenteuerlustigen Personen kommt auch der realistisch animierte Marsspaziergang sehr gut an.» Untermalt werden die Naturvideos durch optimal auf die visuellen Reize abgestimmte binaurale – dreidimensional gemischte – Musik.
Hinzu kommen eigens entwickelte VR-Szenarien, bei denen ebenfalls vom Produktionsteam selbst konzipierte binaurale Audio-Frequenzen im Mittelpunkt stehen. Dabei werden die Nutzer in einen meditativen oder energiespendenden Entspannungszustand versetzt. Zudem können sich Nutzer von geführten Atem- und Meditationsübungen in fantastischen Welten oder von visuell untermalten Märchenerzählungen dabei helfen lassen, ihre Atemfrequenz zu verlangsamen und Körper sowie Geist zu entspannen.

Playlists lassen sich bedarfsgerecht erstellen und steuern
Bei Senioren oder pflegebedürftigen Personen bietet es sich an, ihre bevorzugten Welten und Erlebnisse selbst wählen zu lassen. Sowohl das passive als auch das interaktive VR-System sind sehr einfach zu bedienen, sodass nach einer kurzen Einführung jeder problemlos damit zurechtkommt. Bereits regelmässige Sitzungen von 10 bis 15 Minuten genügen, um den Bewohnern von Pflegeeinrichtungen langfristig zu mehr Ruhe und Gelassenheit zu verhelfen. «Mit unseren VR-Anwendungen können sie mental fit bleiben und sogar mobilisiert werden», bestätigt Giorgio Koppehele. «Beobachter berichten von Füssen, die sich bewegen, Händen, die nach etwas greifen, und dank der 360-Grad-Anwendungen sogar von Kopfbewegungen.» Was den Pflegebedürftigen zugutekommt und eine positive Atmosphäre schafft, entlastet auch die Mitarbeitenden und hat somit positive Abstrahleffekte auf die gesamte Einrichtung.
Speziell für den Einsatz bei medizinischen Untersuchungen oder Therapien verfügt die als Medizinprodukt der Klasse 1 CE-zertifizierte Magic-Horizons-VR-Software über Preset-Playlists, welche die Entwickler gemeinsam mit ihren Anwendern erarbeitet haben, sowie die Möglichkeit, personalisierte Wiedergabelisten direkt in der VR-Brille zu erstellen. «Patienten und medizinisches Personal berichten von schwierigen Untersuchungen und Behandlungen, die mit dem VR-System plötzlich unkomplizierter und schneller durchgeführt werden können, weil die Betroffenen den realen Raum ‹verlassen› und in ihre ‹eigene Welt› eintauchen können.» Dies hat auch grosse Kosteneinsparungspotenziale für die jeweilige Einrichtung, da das Personal weniger Zeit für die Beruhigung der Patienten aufbringen muss und sich stattdessen auf die eigentliche Behandlung konzentrieren kann. Für Einsatzszenarien, bei denen Senioren oder Patienten das System nicht selbst bedienen können, ermöglicht der optionale Tablet-Modus eine komfortable Fernsteuerung der VR-Anwendungen durch Dritte.