Weiterer Corona-Impfstoff mit hoher Wirksamkeit

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Die US-Firma Novavax liefert ermutigende Studiendaten seines Corona-Impfstoffs - auch gegen die britische Virusmutation. Europa und die USA müssen aber noch auf das Vakzin warten.

 

Das US-Pharmaunternehmen Novavax hat darüber informiert, dass sein Impfstoff NVX-CoV2373  sich in Phase-IIb und Phase-III-Studien  bewährt hat.

Der Impfstoff habe nicht nur seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt, sondern er habe auch gegen die britische Coronavirus-Variante sowie gegen die südafrikanische Mutation eine Immunantwort gezeigt. Studien wurden sowohl in Großbritannien als auch in Südafrika durchgeführt. Ferner laufen derzeit noch große Studien mit dem Impfstoff in den USA und Mexico.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen proteinbasierten Totimpfstoff, der ein gentechnisch hergestelltes Virusantigen enthält, das mittels Nanopartikeln zu den Zellen befördert wird.

Gute Wirksamkeit gegen britische Virus-Mutante

An der Studie in Großbritannien haben mehr als 15.000 Probanden im Alter von 18 bis 84 Jahren teilgenommen. 32 der 62 aufgetretenen COVID-19-Infektionen waren auf die neu aufgetretene britische Virus-Variante B1.1.7  zurückzuführen.

56 Fälle gab es in der Placebo-Gruppe und sechs Fälle in der Gruppe, die den Impfstoff erhalten hatte. Das ergibt eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent.

Eine vorläufigen Analyse zeige, dass es nur wenige Fälle schwerer Nebenwirkungen  gab. Diese seien etwa gleichermaßen verteilt bei den Geimpften und in der Placebogruppe aufgetreten. 

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John Moore, Professor für Mikrobiologie und Immunologie am Weill Cornell Medical College in New York, sagte gegenüber Reuters, dass die Studiendaten etwa vergleichbar mit den Ergebnissen der beiden bereits zugelassenen Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna seien. Diese hatten in Phase-III-Studien eine 94 bis 95 prozentige Wirksamkeit gezeigt. Die Unterschiede seien statistisch nicht sehr relevant, so Moore.

In Südafrika hat Novavax eine Phase-IIb-Studie mit 4400 Probanden durchgeführt. Dort waren 90 Prozent der in der Studie nachgewiesenen Infektionsfälle auf die dortige Mutation B.1.351 zurückzuführen. Allerdings hatten die Mediziner nur bei 27 der insgesamt 44 erkrankten Probanden eine Gensequenzierung des Virus durchgeführt. Insgesamt waren 29 Patienten in der Placebogruppe erkrankt und 15 in der geimpften Gruppe.

Daraus ergibt sich eine geringere Wirksamkeit als bei der Studie in Großbritannien: Unter den 94 Prozent der Studienteilnehmer, die nicht vor Beginn der Studie HIV-positiv getestet waren, betrug sie 60 Prozent. Unter den HIV-positiven Probanden waren der Impfstoff nur zu 49,4 Prozent wirksam.

 

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