Neue Prozesse für eine schnellere Heilung bei Infektionen nach Knochenbrüchen

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Nach einem Unfall mit einem Knochenbruch wollen Patientinnen und Patienten schnellstmöglich wieder in ihren gewohnten Alltag zurück. Leider ist das für Einige nicht möglich. Eine der gefürchtetsten Komplikationen bei gebrochenen Knochen ist die frakturbedingte Infektion

Moderne orthopädische Unfallchirurgie in Verbindung mit innovativen medizinischen Geräten ermöglicht es zwar, viele schwere Verletzungen schnell zu reparieren und schliesslich zu heilen. Dennoch kann eine FRI für die Leidtragenden eine erhebliche Auswirkung auf die Funktionalität und Lebensqualität haben.

Neue Leitlinien und Empfehlungen

In den letzten fünf Jahren hat eine internationale Expertengruppe, unter Schirmherrschaft der AO Foundation, Empfehlungen zur standardisierten Prävention, Diagnose und Behandlung von FRIs veröffentlicht. Die AO Foundation mit Hauptsitz in Davos ist die weltweit grösste Vereinigung von Unfallchirurgen und Orthopäden. Vor Kurzem hat die Expertengruppen mit Beteiligung des Zentrum für muskuloskelettale Infektionen am Universitätsspital Basel, PD Dr. Mario Morgenstern und des AO Forschungsinstitutes Davos einen Übersichtsartikel zu Infektionen nach Knochenbrüchen im renommierten Wissenschaftsmagazin Nature Reviews publiziert. In diesem Review Artikel fassen die Forschenden die internationalen Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von FRI zusammen. Hierbei steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit von verschiedenen Fachrichtungen, wie Orthopädie, Infektiologie und plastischer Chirurgie im Mittelpunkt.

Weniger Eingriffe, kürzere Spitalaufenthalte, bessere Heilungschancen

Von diesen Erkenntnissen profitieren Patientinnen und Patienten bei der Behandlung in spezialisierten Zentren durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Orthopädie, plastischen Chirurgie, Infektiologie und weiteren Fachrichtungen. Das Ziel ist es, unnötige Operationen zu vermeiden, Spitalaufenthalte zu reduzieren und durch die interdisziplinäre Expertise die Heilungschancen zu verbessern. Das erspart den Patientinnen und Patienten nicht nur einen langwierigen Therapieweg, sondern entlastet gleichzeitig das Gesundheitssystem.