Am 14. Januar 2025 hat Swissmem den Industriesektor «Medical Manufacturing» gegründet, um die medizintechnische Fertigungsindustrie gezielt zu stärken. Nach dem ersten operativen Jahr zeigt sich, dass der Bedarf an einer branchenübergreifenden Plattform gross ist: Inzwischen sind 29 industrielle sowie vier assoziierte Partner im Sektor organisiert, zudem stiessen erste thematische Aktivitäten auf breite Resonanz.
Der Fokus des Sektors liegt auf der Vernetzung von Medtech-Unternehmen mit dem technologischen Know-how anderer Swissmem-Industriesektoren. Ziel ist es, Innovationspotenziale in der Fertigung, in Prozessen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette besser nutzbar zu machen.
Vernetzung als Schlüssel für die Medtech-Fertigung
Swissmem sieht in der engen Zusammenarbeit zwischen Medizintechnik und anderen technologiegetriebenen Industrien einen zentralen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit. Innovationen entstehen dabei nicht nur auf Produktebene, sondern auch durch neue Fertigungs- und Prozesstechnologien, etwa bei Struktur- und Oberflächenanforderungen oder bei der Effizienz komplexer Produktionsketten.
Dr. Adriaan Spierings, Ressortleiter «Medical Manufacturing» bei Swissmem, betonte in diesem Zusammenhang gegenüber der Zeitschrift SMM: «Vernetzung ermöglicht Innovation, was für die Schweizer Industrie, und insbesondere auch die fertigende Industrie im Medtech-Bereich, der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg darstellt.»
Handelspolitik belastet Exportgeschäft
Neben technologischen Themen prägen auch geopolitische Rahmenbedingungen die Branche. Laut Swissmem entwickelten sich die Medtech-Exporte in die USA in den ersten neun Monaten 2025 zunächst positiv. Die Einführung zusätzlicher US-Zölle im August 2025 kehrte diesen Trend jedoch um. In der Folge gingen die Exporte im dritten Quartal deutlich zurück.
Swissmem weist darauf hin, dass die Schweizer Tech-Industrie auf einen möglichst hindernisfreien Zugang zu internationalen Märkten angewiesen ist. Der Verband engagiert sich deshalb insbesondere für neue und verbesserte Freihandelsabkommen, unter anderem mit den Mercosur-Staaten, Thailand und Malaysia, sowie für die Weiterentwicklung bestehender Abkommen.
EU bleibt zentraler Absatzmarkt
Auch der europäische Markt bleibt für die Schweizer Medtech- und Tech-Industrie von zentraler Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Schweizer Güterexporte gehen in die EU. Swissmem unterstützt daher die Weiterentwicklung des bilateralen Weges zwischen der Schweiz und der EU und spricht sich für stabile Rahmenbedingungen aus, insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt.
Unterstützung der Industrie über Netzwerke hinaus
Neben politischer Interessenvertretung bietet Swissmem seinen Mitgliedern Unterstützung in Form von Rechts- und Fachberatung, Zugang zu branchenspezifischen Netzwerken sowie Aus- und Weiterbildungsangeboten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Transformation von Fertigung und Regulierung, unter anderem im Rahmen des «Swiss Network for Digital Medical Regulation».
Ausblick auf 2026
Im zweiten Jahr seines Bestehens will der Industriesektor «Medical Manufacturing» seine Aktivitäten weiter ausbauen. Geplant sind zusätzliche thematische Netzwerkveranstaltungen, etwa zu Querschnittstechnologien wie Photonik. Zudem sieht Swissmem Potenzial in der stärkeren