Nach 15 Jahren Zusammenarbeit eng befreundet: Erwin Tilemann und Marcus Seybold (v.l.n.r.), Seybold GmbH

Vom Start-Up zum erfolgreichen Unternehmen mit den Senioren der Wirtschaft aus Böblingen

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Ein Unternehmen zu gründen, ist nicht einfach. Eine gute Idee oder ein starkes Produkt reichen nicht immer aus, damit sich Erfolg einstellt. Besonders der Anfang ist schwer, fehlen doch häufig notwendige betriebswirtschaftliche Erfahrungswerte. Vor dieser Herausforderung stand auch Marcus Seybold, weshalb er sich an den gemeinnützigen Verein „Senioren der Wirtschaft“ wendete. Ehemalige Führungskräfte und Unternehmer begleiten Gründer, Start-ups und mittelständige Unternehmen als Berater, Coach und Sparringspartner bei der Unternehmens-Gründung.

Vor 15 Jahren erreichte die Anfrage von Marcus Seybold die Experten im aktiven Ruhestand und landete in den Händen von Erwin Tilemann. Für den ehemaligen Vertriebler, der mittlerweile zum Vorstand der Senioren der Wirtschaft gehört, war es sein erster Fall und wie sich mit der Zeit herausstellte, ein ganz besonderer. Als Tilemann mit 59 in den Ruhestand ging, da stand für ihn fest, dass er nicht einfach die Füsse hochlegen und nichts tun konnte – er brauchte eine sinnvolle Beschäftigung. Daher suchte er einen Weg, über den er seinen wertvollen Erfahrungsschatz mit der nächsten Generation teilen konnte und stoss so auf die Senioren der Wirtschaft.

Richtiger Umgang mit Konfliktsituationen
Von der Überprüfung des Geschäftsmodells über die Besprechung des Businessplans sowie wichtige Bereiche wie Marketing und Vertrieb bis hin zum Begleiten von Bankgesprächen oder dem Anwerben von neuem Personal – Tilemann stand immer mit Rat und Tat beiseite. „Eigentlich sollte mich ein Kollege bei meinem ersten Fall noch begleiten, aber dieser war zum ersten Gespräch im Urlaub und so war ich von Anfang an auf mich allein gestellt. Vermutlich war dies dann, dass, was Marcus Seybold und mich schlussendlich so zusammenschweisste“, erläutert Tilemann. Als externe digitale Immobilienabteilung kümmert sich Seybold um die Mietverträge, Nebenkostenabrechnung und das Facility Management von Filialisten, um hier für maximale Effizienz zu sorgen. Ein wichtiges Thema war daher, wie mit den Vermietern umzugehen war, die sich damit konfrontiert sahen, dass ein kleines Start-up von ihnen Geld für seine Kunden zurückforderte, weil beispielsweise die Nebenkostenabrechnung fehlerhaft war. „Die Vermieter waren nicht begeistert, plötzlich Nachweise und Belege vorlegen zu müssen. Immerhin lief für sie jahrelang alles gut, also warum sollte sich dies nun ändern. Ein Konflikt, mit dem auch die Mitarbeiter von Seybold lernen mussten, richtig umzugehen“, erinnert sich Tilemann.

Um bei den Immobilienverwaltern die notwendige Expertise aufzubauen, wie sie mit Ableugnungen und Ausflüchten umzugehen hatten, wurden umfassende Schulungen durchgeführt. Immerhin ging es darum, diese Einsparungen für die Kunden so schnell wie möglich und nicht erst in drei Jahren zu erzielen. „Wir mussten alle lernen, dass wir zwar Recht haben, aber dass die Vermieterseite trotzdem nicht wollte. Eine Konfliktsituation, mit der auch nicht jeder umgehen kann“, sagt Marcus Seybold.

Gute Berater ziehen selbst Spezialisten hinzu
Aus der Zusammenarbeit gelernt haben aber nicht nur die Angestellten bei Seybold, auch der Berater konnte neue Erfahrungen sammeln. „Was ich tatsächlich neu lernen musste, war, meine Entscheidungen zu begründen. Es reicht nicht zu wissen, wie man sich zum Beispiel in bestimmten Kundensituationen verhält, man muss dies auch für seinen Gegenüber nachvollziehbar machen“, sagt Tilemann. Auch ist es wichtig, die Aktionen und Ideen der Gründer immer wieder infrage zu stellen, damit diese bewusste und richtige Entscheidungen treffen konnten. Zuletzt stellte sich heraus, dass es gut ist, auch andere Berater hinzuzuziehen, die über spezifische Erfahrung in einem Bereich verfügten, anstatt zu versuchen, alles allein zu stemmen.

Auch heute steht Tilemann der Firma Seybold zur Seite, beispielsweise wenn es um grössere Belange wie die strategische Ausrichtung oder eine Geschäftsfelderweiterung geht. „15 Jahre Betreuung ist schon etwas Besonderes und ist mir nach mittlerweile über 100 Fällen so nicht noch mal untergekommen“, meint Tilemann. Eine Wertschätzung, die auf Gegenseitigkeit beruht, so schrieb Marcus Seybold zum gemeinsamen Jubiläum: „Für mich sind Sie die wichtigste Person, die ich in meinem beruflichen Leben kennengelernt habe!“ Auch für die jungen Gründer von heute hat Tilemann einen Rat. „Wichtig ist es, den Fokus nicht allein auf das Produkt zu richten. Natürlich ist man von der eigenen Idee begeistert, aber im Mittelpunkt sollte der Kunde stehen. Warum sollte dieser sein hart erarbeitetes Geld für deine Sache ausgeben?“, ist die Frage, die es zu beantworten gilt, so Tilemann.

Weitere Informationen unter www.seybold-fm.com 

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