Die IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung, die Stiftung des Schweizer Pharmaunternehmens IBSA (Institut Biochimique SA) mit Sitz in Lugano, verzeichnet für ihr Fellowship-Programm ein Rekordjahr: 398 Bewerbungen aus 64 Ländern wurden für die 13. Ausgabe im Jahr 2025 eingereicht – so viele wie nie zuvor. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Anlasses «IBSA Foundation Fellowship: Empowering Young Talent, Inspiring Tomorrow's Science» (IBSA Foundation Fellowships: Förderung junger Talente, Inspiration für die Wissenschaft von morgen) in Barcelona statt. Gleichzeitig wurde der offizielle Startschuss für die Bewerbungsrunde 2026 gegeben.
Schweizer Forscher ausgezeichnet
Unter den sechs diesjährigen Preisträger:innen befindet sich ein Wissenschaftler aus der Schweiz: Dr. Youngjun Kim vom Department of Biomedical Research der Universität Bern erhält ein Fellowship im Bereich Rheumatologie für sein Projekt «Dissecting Pathogenic Immune-Stromal Crosstalk in Sjögren's Disease through Single-Cell Multiome Profiling» (Untersuchung der pathogenen Wechselwirkungen zwischen Immunsystem und Stroma bei der Sjögren-Krankheit mittels Einzelzell-Multiom-Profiling). Dr. Kims Forschung konzentriert sich auf das Sjögren-Syndrom, eine weit verbreitete systemische Autoimmunerkrankung, die (unter anderem) durch chronische Entzündungen der Speicheldrüsen gekennzeichnet ist. Während bestehende Therapien lediglich die Symptome behandeln und nicht die Krankheitsursache angehen, ist in der EU derzeit keine krankheitsmodifizierende Therapie zugelassen. Durch die Erstellung einer detaillierten Karte der zellulären und molekularen Wechselwirkungen, die das Krankheitsgeschehen antreiben, zielt seine Arbeit darauf ab, neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren und den Weg für die Entwicklung krankheitsmodifizierender Behandlungen zu ebnen.
«Ich bin der IBSA Foundation für dieses renommierte Fellowship zutiefst dankbar», erklärte Dr. Youngjun Kim. «Meine Forschung widmet sich der Entschlüsselung der Komplexität des Sjögren-Syndroms, einer schwerwiegenden Autoimmunerkrankung. Diese Förderung wird uns massgeblich dabei helfen, die zellulären Wechselwirkungen zu kartieren, die das Krankheitsgeschehen antreiben, mit dem übergeordneten Ziel, neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren. Es ist meine aufrichtige Hoffnung, dass diese Forschung dazu beitragen wird, wirksamere Behandlungen für die vielen vom Syndrom betroffenen Menschen zu entwickeln.»
Alle ausgezeichneten Personen stammen von führenden internationalen Forschungsinstitutionen und erhalten eine Förderung von je 32'000 Euro für ihre Forschungsarbeit. Die weiteren Gewinner:innen sind
- Matthew Hunt, Karolinska Institutet, Department of Medicine, Division of Dermatology and Venereology, Solna, Schweden – Dermatologie
- Patricia Rada, Centro de Investigación Biomédica en Red de Diabetes y Associated Metabolic Diseases (CIBERDEM), Instituto de Salud Carlos III; Instituto de Investigaciones Biomédicas Sols-Morreale (IIBM), Spanish National Research Council (CSIC)–Autonomous University of Madrid; Instituto de Investigación Sanitaria La Paz (IdiPAZ), Madrid, Spanien – Endokrinologie
- Victoria Deneke, Research Institute of Molecular Pathology (IMP), Wien, Österreich – Fertilität/Urologie
- Indranil Singh, Department of Stem Cell and Regenerative Biology, Harvard University; Biology of Adversity Project, Broad Institute of MIT and Harvard, Cambridge, Massachusetts, USA – Gesundes Altern/Regenerative Medizin
- Silvia Sideri, Department of Anatomy, Histology, Forensic Medicine and Orthopaedics, Section of Histology and Medical Embryology, Sapienza University, Rom, Italien – Gesundes Altern/Regenerative Medizin
Das Programm im Überblick
Das Fellowship-Programm der IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler:innen unter 40 Jahren. Gefördert werden unabhängige, innovative Forschungsprojekte in den Bereichen Dermatologie, Endokrinologie, Fertilität/Urologie, Orthopädie/Rheumatologie/Schmerzmedizin sowie dem stark wachsenden Feld Gesundes Altern/Regenerative Medizin.
Die Ausgabe 2025 verzeichnete eine bemerkenswerte Zunahme des globalen Engagements. Ein wichtiger Indikator für die wachsende Bedeutung des Programms: Der Bereich «Gesundes Altern/Regenerative Medizin», erst 2022 eingeführt, zog mit 136 Einreichungen bereits über ein Drittel aller Bewerbungen auf sich. Zudem waren rund 60 Prozent der Bewerber:innen weiblich. Seit seiner Einführung hat die IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung über 2'000 Bewerbungen aus mehr als 60 Ländern erhalten und bislang mehr als 1.8 Millionen Euro in 65 Projekte investiert, um die Vielfalt innerhalb der Wissenschafts-Community zu fördern.
«Die IBSA Foundation Fellowships sind eine Investition nicht nur in einzelne Karrieren, sondern in die gemeinsame Zukunft der Wissenschaft und das Wohlergehen der Menschen», betont Silvia Misiti, Direktorin der IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung. «Wir engagieren uns für die Identifikation und Förderung junger Wissenschaftler:innen, die fundamentalen Fragen der Grundlagenforschung nachgehen – ein Eckpfeiler für wirklich bahnbrechende Innovationen».
Erstmals wurde in der Ausgabe 2025 ausserdem der Research Equity Prize vergeben, der das beste Forschungsprojekt aus einem Entwicklungsland auszeichnet. Der mit 5'000 Euro dotierte Preis ging an Hernán Andrés Morales-Navarrete von der Universidad de Las Américas (UDLA) in Quito, Ecuador.
Bewerbungsrunde 2026 ist eröffnet
Mit der Ausgabe 2026 kündigt die IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung offiziell die Eröffnung der neuen Bewerbungsrunde an. Die kommende Ausgabe erhöht die Anzahl der Fellowships von sechs auf sieben, weiterhin je 32'000 Euro, verteilt auf fünf wissenschaftliche Bereiche. Auch der IBSA Foundation Research Equity Prize – ein Preis von 5'000 Euro für das beste Forschungsprojekt aus einem Entwicklungsland – wird erneut vergeben und bekräftigt das Engagement der Stiftung für vielfältige Forschungslandschaften weltweit.
Nachwuchsforschende sind eingeladen, ihre Projekte für die Fellowships 2026 bis zum 31. Januar 2027 über die offizielle Plattform auf der Website der IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung einzureichen.